PROCURE

Eine moderne Einkaufsplattform vor SAP

Produkt- und Architekturkonzept für die Ablösung eines gewachsenen Eigenbaus auf Infor Mongoose durch ein wiederverwendbares Produkt – vom Katalog-MVP bis zur modularen Source-to-Pay-Plattform.

Fassung 2 · September 2026 Konzept und klickbarer Prototyp Zum Prototyp →

1Ausgangslage

Der Einkauf läuft heute über eine Anwendung, die auf Infor Mongoose gebaut wurde. Mongoose ist keine Einkaufslösung, sondern Infors Entwicklungsplattform: ein Werkzeugkasten, mit dem Unternehmen eigene Anwendungen aus Metadaten, Formularen und sogenannten IDOs zusammensetzen. Das ist eine wichtige Unterscheidung, weil sie erklärt, warum ein Wechsel ansteht.

Die Ablösung ist deshalb keine Technikfrage, sondern eine Produktfrage: An die Stelle einer gewachsenen Eigenentwicklung soll ein wiederverwendbares Produkt treten, das sich aktualisieren lässt, ohne dass jemand den ursprünglichen Bauplan im Kopf haben muss.

Was das für die Übernahme bedeutet

Weil die Fachlogik in kundeneigenen Metadaten steckt, ist die Datenübernahme aus Mongoose eine Analyseaufgabe mit Feldabgleich und keine Konfiguration. Realistisch sind dafür 10–15 Personentage, abhängig davon, wie weit die Anwendung über den ursprünglichen Zuschnitt hinausgewachsen ist. Empfohlen wird ein Parallelbetrieb je Werk statt eines Stichtagswechsels für den ganzen Konzern.

2Zielbild

Eine herstellerunabhängige Einkaufsplattform, die sich für Anwender wie ein Webshop anfühlt, im Hintergrund aber sauber mit SAP zusammenarbeitet. SAP bleibt führend für Stammdaten, Kontierung und operative Belege. Die neue Plattform übernimmt Suche, Führung durch den Einkauf, Kataloge, Regeln, Freigaben, Lieferanteninteraktion und später weitere Source-to-Pay-Bausteine.

Nicht SAP nachbauen – sondern eine bessere Einkaufserfahrung vor SAP schaffen. Jede Funktion, die SAP bereits verlässlich erledigt, bleibt in SAP. Gebaut wird nur, was dort heute schlecht bedienbar oder gar nicht vorhanden ist.

Der Kern des Nutzens liegt in fünf Sätzen, die heute in vielen Konzernen nicht gleichzeitig wahr sind: schnell finden, richtig kaufen, Vertrag nutzen, korrekt kontieren, sauber an SAP übergeben.

3Warum nicht SAP nachbauen

Ein vollständiger Ariba-Funktionsumfang ab Tag eins wäre unnötig riskant und würde das Vorhaben in genau die Schwergewichtigkeit führen, die es vermeiden soll. Ebenso wenig sinnvoll ist es, Buchhaltungs- oder Bestandslogik nachzubauen. Die Abgrenzung lautet:

Bleibt in SAPKommt in die Plattform
Material-, Lieferanten- und KontierungsstammdatenKatalogdaten, Suchindex, Synonyme, Normalisierung
Bestellung, Wareneingang, Rechnungsprüfung, ZahlungBedarfsanforderung bis zur Freigabe, Statusanzeige
Bewertung, Bestandsführung, FinanzbuchhaltungRegelwerk, Freigabematrix, Prüfprotokoll
Kontrakte als führender BelegVertragsnutzung, Preisabgleich, Abrufübersicht
Berechtigungen für BelegverarbeitungRollen und Sichtbarkeit in der Oberfläche

4Erster Produktumfang: Katalog mit SAP-Anbindung

Der erste sinnvolle Produktumfang ist ein zentraler Einkaufskatalog. Mitarbeiter suchen Artikel und Leistungen, legen sie in einen Warenkorb, ergänzen die Kontierung und übergeben den Bedarf an SAP. Die bestehende SAP-Prozesslandschaft bleibt damit unverändert, während die Oberfläche deutlich einfacher wird.

Die fünf Beschaffungswege

WegWofürIm Prototyp
Interner KatalogStandardartikel, Vertragsartikel, C-Teile, Schutzausrüstung, Büromaterialgebaut
LieferantenkatalogEingelesene Katalogdaten mehrerer Lieferanten in einer gemeinsamen Suchegebaut
PunchOut / OCISprung in den Lieferantenshop, Rückgabe des WarenkorbsAttrappe
FreitextbedarfNicht katalogisiertes Material, EinmalbedarfeAttrappe
DienstleistungenWartung, Kalibrierung, Reparatur, Beratunggebaut

Der Ablauf, den der Prototyp zeigt

1Suchenüber alle Quellen zugleich
2VergleichenVertrag, Katalog, Shop, Alternative
3WarenkorbMenge, Werk, Wunschtermin
4KontierenVorschlag aus Warengruppe und Werk
5PrüfenRegelwerk vor dem Absenden
6Freigebenein- oder mehrstufig nach Wert
7BANF in SAPÜbergabe über den Connector
8Status zurückBestellnummer, Wareneingang

Schritte 1 bis 6 laufen im Prototyp vollständig. Schritte 7 und 8 sind Attrappen: Sie zeigen die erzeugte Nutzlast und beschreiben, was der Connector täte.

5SAP-Integration

Die Integrationsschicht wird bewusst vom Frontend und von der Fachlogik getrennt. Dadurch kann dieselbe Plattform unterschiedliche SAP-Landschaften bedienen – ECC, S/4HANA On-Premise oder Cloud-Szenarien – ohne dass der Produktkern kundenspezifisch wird.

WegEignungTechnisch
OData / APIDer Regelfall in S/4HANA. BANF synchron anlegen, Belegnummer sofort zurück. API_PURCHASEREQ_PROCESS_SRV
BAPI / RFCFür ECC-Landschaften und dort, wo der OData-Dienst nicht freigeschaltet ist. BAPI_PR_CREATE
DateiRückfallebene und Massenlauf. Läuft überall, auch ohne freigegebene Schnittstelle. CSV nach EBAN-Feldfolge
IDocWo eine bestehende EDI-Landschaft ohnehin bedient wird. PREQCR1 / ORDERS05
OCIKatalog- und PunchOut-Szenarien zum Lieferanten. OCI 4.0, NEW_ITEM-*
MiddlewareBei großen Landschaften über die vorhandene Integrationsschicht. SAP Integration Suite

Der entscheidende Architekturgrundsatz

Kundenspezifische Feldzuordnungen, Customizing und Anmeldeverfahren bleiben im Connector und nie im Produktkern. Genau diese Trennung macht aus einer Kundenlösung ein Produkt, das ein zweites Mal verkauft werden kann – und sie ist der Grund, warum der erste Kunde nicht zufällig die Architektur für alle folgenden festlegt.

6Umfang des MVP

Der MVP ist bewusst kein vollständiger Ariba-Klon, sondern ein produktiv nutzbares Guided-Buying- und Katalogsystem mit sauberer SAP-Integration.

BausteinFunktion im MVPPrototyp
Benutzer & RollenEinmalanmeldung, Rollen, Einkaufsorganisation, Werke, BerechtigungenRollen ja, Anmeldung Attrappe
KatalogArtikel, Bilder, Preise, Lieferanten, Materialnummern, Warengruppengebaut
SucheVolltext, Filter, Synonyme, Hersteller- und Lieferantenartikelnummergebaut
WarenkorbMengen, Verpackungseinheiten, Lieferadresse, Wunschtermin, Bemerkungengebaut
KontierungKostenstelle, Innenauftrag, PSP-Element, Sachkonto, Werk, Lagerortgebaut
RegelwerkBevorzugte Lieferanten, Vertragsartikel, Wertgrenzen, Pflichtfeldergebaut
FreigabeMehrstufige Genehmigung nach Wert und Kostenstellegebaut
SAP-ConnectorStammdaten lesen, Bedarfsanforderung übergebenAttrappe
StatusBANF- und Bestellnummer, Prozessstatus im PortalAttrappe

7Ausbau zu Source-to-Pay

Ein echter Ariba-Ersatz ist wesentlich mehr als ein Katalog. Sinnvoll ist deshalb eine modulare Plattform, bei der Kunden nur die benötigten Bausteine aktivieren.

ModulUmfang
Guided BuyingWebshop-Bedienung, Kataloge, PunchOut, Freitext, Richtlinien, Kaufempfehlungen
LieferantenmanagementLieferantenstamm, Aufnahme, Selbstauskunft, Dokumente, Zertifikate, Risikoinformationen
Ausschreibung (RFx)Anfrage, Angebot, Vergleich, Verhandlungsrunden, Vergabe
VerträgeLaufzeiten, Kündigungsfristen, Preislisten, Mengenstaffeln, Abrufübersicht
FreigabesteuerungMatrix nach Betrag, Warengruppe, Gesellschaft, Kostenstelle, Risiko
BedarfsanforderungAnlage, Bearbeitung, Genehmigung, Abgleich mit SAP
BestellungAnzeige, Änderungen, Auftragsbestätigungen, Status
LieferantenportalBestellungen, Bestätigungen, Liefertermine, Dokumentenaustausch
Waren- und LeistungserfassungWareneingang und Leistungserfassungsblatt, wahlweise mobil
RechnungszusammenarbeitRechnungseingang, Bestellbezug, Abweichungen, Status – ohne SAP FI zu ersetzen
AusgabenanalyseAuswertung nach Lieferant, Warengruppe, Werk, Gesellschaft, freier Einkauf
LieferantenbewertungQualität, Preis, Termintreue, Reklamationen, Nachhaltigkeit

8Unterscheidungsmerkmale

Ein Katalog allein ist austauschbar. Die folgenden sechs Funktionen sind der Grund, warum sich das Produkt gegen eine Suite und gegen einen Eigenbau durchsetzen kann. Vier davon zeigt der Prototyp bereits.

Lieferantenübergreifende Produktsuche im Prototyp

Ein Suchbegriff zeigt Vertragsartikel, Alternativen, Lieferzeiten und Preise verschiedener Quellen nebeneinander – mit Materialnummer, Warengruppe, Kreditor und Vertragsbezug in derselben Zeile. Rahmenverträge und bevorzugte Lieferanten stehen oben, nicht weil sie zufällig billiger sind, sondern weil das Regelwerk es so vorgibt.

Bedarf in eigenen Worten im Prototyp

Der Anwender schreibt „Ich brauche fünf robuste Akkuschrauber für Werk 1000“. Das System übersetzt den Satz in Menge, Werk und Suchbegriffe, zeigt sichtbar, wie es den Satz gelesen hat, und begründet jeden Vorschlag. Entscheidend ist nicht die Sprachverarbeitung, sondern dass die anschließende Reihenfolge regelbasiert und nachvollziehbar bleibt – sonst ist sie im Konzernumfeld nicht genehmigungsfähig.

Automatische Kontierung im Prototyp

Aus Warengruppe, Benutzer, Kostenstelle, Werk und historischen Regeln entsteht ein Kontierungsvorschlag. Vor der Übergabe wird geprüft, ob das Sachkonto zur Warengruppe passt – im Portal, nicht erst beim Buchen in SAP.

Schutz vor Einkauf am Vertrag vorbei im Prototyp

Nicht bevorzugte Lieferanten, fehlende Verträge, ungewöhnliche Preise und günstigere Rahmenvertragsartikel werden vor dem Kauf gemeldet, mit einem Knopf zur Lösung. Bewusst als Hinweis, nicht als Sperre: Verbote werden umgangen, Hinweise mit einer Ein-Klick-Alternative werden befolgt.

Erkennung ungenutzter Verträge im Prototyp

Das System prüft, ob vorhandene Verträge genutzt werden und ob die Katalogpreise den hinterlegten Konditionen entsprechen. Ein Vertrag mit 22 % Rabatt, dessen Katalogpreis nur 19 % abbildet, fällt sonst niemandem auf – im Prototyp erscheint er als Befund mit Betragsangabe.

Katalognormalisierung späterer Ausbau

Unterschiedliche Lieferantenbeschreibungen, Einheiten und Kategorien werden vereinheitlicht, Dubletten und vergleichbare Produkte erkannt. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die lieferantenübergreifende Suche mit echten Katalogdaten so gut funktioniert wie mit gepflegten.

9Technische Architektur

Eine modulare Architektur verhindert, dass aus dem Produkt ein unwartbarer SAP-Sonderbau wird. Von oben nach unten gelesen: Die Oberfläche kennt keinen SAP-Feldnamen, der Kern kennt keine Kundenlandschaft, und nur die unterste eigene Schicht spricht mit fremden Systemen.

Oberfläche – Web und Mobil
Guided BuyingKatalog & Suche WarenkorbKontierung FreigabenAuswertung Verwaltung
Procurement Core – API-basierter Produktkern
AnforderungRegelwerk FreigabesteuerungVerträge LieferantenKatalogverwaltung Mandanten & RollenPrüfprotokoll
Datenhaltung
PostgreSQL – Vorgänge, Stamm, Regeln OpenSearch – Volltext, Facetten, Synonyme, später semantische Suche Objektspeicher – Dokumente, Zertifikate
Integrationsschicht – je Kunde konfiguriert, nie im Kern programmiert
SAP-ConnectorOCI / PunchOut KatalogeinlesungVerzeichnisdienst Weitere ERP-SystemeFeldzuordnung & Protokoll
Fremde Systeme
SAP S/4HANA oder ECCLieferantenshops Lieferantenkataloge (BMEcat)Microsoft Entra ID Infor Mongoose (Übernahme)

Mandantenfähigkeit

Strikt getrennte Daten je Mandant, mit kundenspezifischem Erscheinungsbild, Regelwerk, Katalogen, SAP-Zuordnungen und Rollen. Für große Kunden bleibt eine eigene Instanz möglich – das ist bei Konzernen regelmäßig Voraussetzung für die Freigabe durch die Informationssicherheit.

10Datenmodell

Die zentralen Objekte: Mandant, Benutzer, Rolle, Gesellschaft, Einkaufsorganisation, Werk, Kostenstelle, Sachkonto, PSP-Element, Lieferant, Katalog, Katalogposition, Material, Vertrag, Preiskondition, Warenkorb, Anforderung, Freigabe, Bestellbezug, Ausschreibung, Angebot, Wareneingangsbezug, Rechnungsbezug, Protokolleintrag.

Eine Entscheidung, die man nur einmal trifft

Das interne Datenmodell bleibt SAP-unabhängig. SAP-Feldnamen dürfen nicht das Domänenmodell bestimmen. Wer MATKL und KNTTP in den Produktkern schreibt, kann später kein zweites ERP anbinden und keinen Kunden bedienen, der andere Felder verwendet. Die Zuordnung gehört in den Connector – und nur dorthin.

11Fahrplan

0
Prototyp und Konzepterledigt

Klickbarer Einkaufsweg, Regelwerk, Freigabe, erzeugte SAP-Nutzlast. Grundlage für die Entscheidung, nicht für den Betrieb.

1
Katalog-MVPrund 3 Monate

Katalog, Suche, Warenkorb, Kontierung, Regelwerk, Freigabe, echte BANF-Übergabe und Statusrückmeldung. Ein Werk, eine Warengruppe, ein Lieferant – produktiv.

2
Guided Buyingrund 3 Monate

PunchOut nach OCI, Katalogeinlesung mehrerer Lieferanten, erweitertes Regelwerk, bevorzugte Lieferanten, Vertragsabrufe, Freitextbedarf.

3
Lieferantenbereichrund 4 Monate

Aufnahme neuer Lieferanten, Selbstauskunft, Dokumente und Zertifikate mit Fristenüberwachung, Bewertung, erster Lieferantenzugang.

4
Ausschreibungrund 4 Monate

Anfrage, Angebotsvergleich, Verhandlungsrunden, Vergabe und die Überleitung des Ergebnisses in einen Vertrag.

5
Source-to-Payrund 5 Monate

Bestellzusammenarbeit, Wareneingang und Leistungserfassung, Rechnungsstatus, Ausgabenanalyse.

6
Unterstützende Verfahrenfortlaufend

Semantische Suche, Katalognormalisierung, Klassifikation, Auffälligkeitserkennung, Empfehlungen. Bewusst zuletzt, weil diese Verfahren gute Daten voraussetzen.

Zeitangaben für ein kleines, eingespieltes Team. Sie beschreiben Entwicklungsdauer, nicht Einführungsdauer beim Kunden – die hängt an Stammdatenqualität und Abstimmungswegen, nicht an Technik.

12Aufwand und Einführung

Die Schnittstellen sind der Teil, den Fachbereiche unterschätzen und IT-Abteilungen zuerst bewerten. Deshalb hier die Einzelschätzungen, wie sie auch im Prototyp hinter jeder Schnittstellenkarte stehen:

SchnittstelleRichtungAufwand
Stammdaten aus SAP lesenSAP → Portal4–6 PT
Bedarfsanforderung als DateiPortal → SAP5–8 PT
Bedarfsanforderung über ODataPortal → SAP8–12 PT
Belegstatus zurückmeldenSAP → Portal5–7 PT
Anmeldung über Entra IDUnternehmen → Portal3–4 PT
Katalogeinlesung (Grundlage)Lieferant → Portal6–10 PT
PunchOut je LieferantPortal ↔ Lieferant2–3 PT
Übernahme aus Infor MongooseInfor → Portal10–15 PT

Der eigentliche Aufwand liegt nicht in der Technik

13Risiken und wie man sie klein hält

RisikoGegenmaßnahme
Das Produkt wird zum Kundensonderbau. Der erste Kunde legt alle Felder fest. Trennung Kern / Connector von Beginn an, dazu ein zweiter gedachter Kunde, an dem jede Kernentscheidung gegengeprüft wird.
Die Anwender bleiben beim alten Weg. Bedarfe kommen weiter per E-Mail beim Einkauf an. Freitextbedarf früh anbieten und den Einkauf konsequent auf das Portal verweisen. Ein Portal ohne Freitext erzeugt seinen eigenen Schattenprozess.
Regeln werden umgangen. Zu viele Sperren erzeugen Umwege. Zwei Stufen strikt trennen: Gesperrt wird nur, was in SAP zum Fehler führt. Alles Fachliche warnt und bietet eine Lösung an.
Der Parallelbetrieb zieht sich. Zwei Systeme kosten doppelt. Je Werk umstellen, nicht je Funktion. Ein Werk ist ein abgeschlossener Nutzerkreis mit eigenem Abschlusstermin.
Sprachfunktionen erzeugen Misstrauen. Nicht nachvollziehbare Vorschläge werden im Konzern nicht genehmigt. Die Deutung des Bedarfs sichtbar machen und die Reihenfolge der Ergebnisse regelbasiert halten. Der Prototyp zeigt genau das.
Abhängigkeit von wenigen Köpfen wiederholt sich. Gängige Technik (TypeScript oder Java, PostgreSQL, OpenSearch) statt einer Nischenplattform – das ist einer der Hauptgründe für die Ablösung und darf nicht neu entstehen.

14Positionierung und Geschäftsmodell

Eine schlanke, moderne Einkaufsplattform für SAP-Kunden: schneller einführbar als große Source-to-Pay-Suiten, modular, schnittstellenoffen, mit besonders starkem Fokus auf Katalog und geführten Einkauf.

Modern Procurement Experience. SAP stays in control. Die Botschaft adressiert genau den Einwand, der bei jedem SAP-Kunden zuerst kommt: „Was passiert mit unseren Belegen?“ – Antwort: nichts, sie bleiben in SAP.
Große Suite (Ariba, Coupa)Eigenbau auf MongoosePROCURE
Einführungsdauerlanggewachsen, nie abgeschlossenkurz, ein Werk zuerst
Bedienungfunktionsreich, schwergewichtigformularorientiertwie ein Webshop
Anpassbarkeitim Rahmen des Herstellersbeliebig, aber selbst zu pflegenKonfiguration im Connector
WeiterentwicklungHerstellerplaneigenes BudgetProduktlinie plus Konfiguration
AbhängigkeitHerstellereinzelne Entwicklergängige Technik, offene Schnittstellen

Daraus ergeben sich zwei Erlösmodelle, die sich nicht ausschließen: als Mietmodell mit monatlicher Lizenz je Nutzer und Mandant, oder als Plattform plus Einführungsprojekt für SAP-Integration, Katalogaufnahme, Anpassung und Prozessberatung. Das zweite trägt den Anfang, das erste trägt die Jahre danach.

15Empfehlung für den Start

Der klickbare Prototyp liegt vor. Der nächste Schritt ist nicht mehr Entwurf, sondern Nachweis:

Wenn dieser Weg von Anfang bis Ende stabil läuft, ist die technische Grundlage für alle weiteren Module gelegt – und aus einer Kundenlösung wird ein Produkt.

Der Prototyp

Der klickbare Prototyp zeigt den vollständigen Einkaufsweg mit Regelwerk, mehrstufiger Freigabe und der erzeugten SAP-Nutzlast. Alle Schnittstellen sind darin Attrappen und als solche gekennzeichnet.

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Dieses Dokument ist ein Produkt- und Architekturkonzept, keine Zusage. Konkrete SAP-Schnittstellen, verfügbare Dienste und Lizenzbedingungen sind je SAP-Version und Kundenlandschaft im Einführungsprojekt zu verifizieren. Genannte Marken- und Produktnamen gehören ihren jeweiligen Inhabern und dienen nur der Einordnung. Alle Zahlen, Artikel, Lieferanten und Belegnummern im zugehörigen Prototyp sind erfunden.

Zum Prototyp · Fassung 2, September 2026